Marani und die Bedeutung

Impressionen

In Georgien besitzt nahezu jede Familie einen Flecken Erde, wo einige Rebstocke wachsen und keltert ihren eigenen Wein. Auf dem Lande, insbesondere in traditionellen Weinbaugebieten wie Kachetien, geschieht das noch im traditionellen Marani. Dort werden die Trauben gepresst, und der Saft fliest in grose Tonamphoren, die Kvevri, in denen er auf den gepressten Trauben 3-4 Monate lang gart und spater auch gelagert wird. Dadurch sind die traditionellen georgischen Weine reich an Tannin und Vitaminen. Die Kvevri sind im Marani in der Erde eingegraben. Zur Lagerung des Weins verschliest der Winzer die Amphoren mit Steinplatten und schuttet Erde auf. Auch grose Weinkeltereien pflegen neben moderner Technologien diese Art der Weinherstellung im Marani.

Georgien besitzt im Wesentlichen 5 Weinbauregionen

Kachetien

in den Talern des Alasani und Iori im Sudosten ist die bedeutendste Anbauregion. Von hier atammen ca. 70% des georgischen Weines. Die ertragreichen traditionellen georgischen Rebsorten Rkatsiteli und Saperavi, die zu den altesten Rebsorten weltweit gehoren, bilden die Grundlage fur die meisten kachetischen Weine . vom leichten Tafelwein bis zum schweren Portwein.

Kartlien

befindet sich in im Kura]Tal und umschliest die Tieflander Gori und Muchran. Etwa 15 % der georgischen Produktion stammen aus dieser Gegend. Hier entstehen Weine europaischen Stils fur den Export, sowie Grundweine fur Branntwein und fur die Schaumweinbereitung. Hier ist es masig warm, die Sommer sind heis und trocken, es muss kunstlich bewassert werden. Georgiens Hauptstadt Tiflis mit ihren grosen Schaumweinkellereien und Brennereien befindet sich in dieser Region. Die im Jahre 1897 gegrundete alteste Kellerei in Tiflis verfugt uber eine Raritatensammlung mit etwa 1.600 Weinen mit einem Umfang von rund 150.000 Flaschen.

Ratscha-Letschchumi

befindet sich nordlich von Imeretien an den Ufern der Flusse Rioni und Zcheniszkali. Masige Niederschlage, Sudlagen und eine Reihe autochthoner Rebsorten liefern Trauben mit hohem Zuckergehalt. Der Unterbereich Chwantschkara ist bekannt fur seinen lieblichen Rotwein Khvanchkara.

Imeretien

liegt im ostlichen Teil von West]Georgien, in den Talern und Schluchten der Flusse Rioni und Kwirila. Auf dem fruchtbaren Schwemmland gedeihen vielfaltige Rebsorten von denen die weise Zizka besonders typisch fur die Region ist. Auch hier wird eine eigene, altehrwurdige Vinifikationsmethode benutzt, die der kachetischen ahnelt, nur werden in die Tonkruge, in denen die Garung vor sich geht, Traubenschalen gegeben, was an das italienische Governo]Verfahren erinnert. Daran schliest sich eine sechs bis achtwochige Maischelagerung an.

Subtropische Regionen

Abchasien, Adscharien, Gurien und Mingrelien bieten feuchtes, subtropisches Klima. In diesen Regionenen werden vor allem Susweine produziert, die fast ausschlieslich fur den regionalen Markt bestimmt sind. Via den Hafen Poti wird auch Wein exportiert.

Die historischen Wurzeln des georgischen Volkes sind untrennbar mit den Wurzeln des Rebstocks verbunden. Wein und Rebstock haben hier heute noch grosen Einfluss auf Lebensweise und Kultur. Auch die christliche Religion ist davon nicht ausgeschlossen. Der Legende nach brachte die Hl. Nino im 4. Jahrhundert das Christentum nach Iberia . mit einem Kreuz aus Weinreben in den Handen. Dieses Kreuz aus Weinreben ist heute noch Symbol der christlichen Kirche in Georgien, und als Symbol fur Glaube und Weintraube wohl einmalig in der christlichen Welt.

Aber die Geschichte des georgischen Weins reicht weiter in die Vergangenheit: Bei Ausgrabungen in Georgien fand man Zeugnisse antiker Weinkultur aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. Das veranlasst nicht wenige Wissenschaftler heute zu behaupten, dass die ersten kultivierten Rebsorten aus dem Kaukasus kamen und sich von dort aus in viele Lander Europas verbreitet haben. Seither wurden dort mehr als 500 Rebsorten kultiviert, aus denen heute etwa 480 Weine gekeltert werden. Die Anbauflache betrug 2005 ca. 60.000 ha.

Georgien gilt als Ursprungsland des Weinbaus, als .Wiegeg von Weinen mit eigenstandigem Charakter, autochthoner Rebsorten und einer vermutlich uber 8.000]jahrigen Tradition. Von 4.000 Rebsorten weltweit stammen 500 aus Georgien. So eroffnet die internationale Weinmesse "LIWF", die seit 1999 jahrlich in London stattfindet, traditionell mit einem georgischen Stand, unter dem Titel: "Wiege des Weins". "Die altesten Samen kultivierter Weinreben wurden in Georgien gefunden und auf 6.000 vor Christus datiert" schreibt Rod Phillips in "A Short History Of Wine" (2001, London). Die Georgian Wine Association (GWA) schatzt, dass jahrlich zwischen 150.000 t und 200.000 t Trauben in Georgien geerntet werden. Davon verarbeiten die 80 bis 90 Weinfirmen des Landes nur 30.000 t bis 40.000 t; uber 100.000 t werden von Privatpersonen zu ihrem personlichen Hauswein verarbeitet (Stand: 2013).

Zahlreiche Gold] und Silbergefase aus dem 2. und 3. Jahrtausend v. Chr. bezeugen durch ihre Verzierungen mit Trauben und Weinblattern die besondere Bedeutung, die der Wein seit Alters her fur die Georgier hat.

Orange Wine & Co . Die Wiege des Weines

Eine alternative Weinszene produziert immer mehr Orange Wines, Amphorenweine und Natural Wines. / © Shutterstock

"Orange-Wine-Macher und Produzenten von Vin naturel wollen im Grunde Weine machen, wie sie vor grauer Urzeit in Georgien entstanden sind.g"

Der Ausblick ist spektakular: Weit sieht man uber die Ebene, und der Wind pfeift um das Kloster Shavnabada, das 30 Km westlich der georgischen Hauptstadt Tiflis auf einem erloschenen Vulkankegel thront. Selbst auf halber Hohe unterhalb des trutzigen Bauwerks lasst ein frischer Luftzug die Nahe des Kaukasus erahnen. Hier im Freien haben sich heute einige Monche versammelt, um die jungen Weine zu probieren. Bruder Kalenike, ein Monch mit grauem Bart und einem vorwitzig unter der Kopfbedeckung hervorschauenden Dutt, warmt sich die Hande in den Taschen des Anoraks, den er uber die schwarze Ordenskleidung gezogen hat. Gebannt beobachtet er, wie sich ein Laienarbeiter an der Offnung eines Kvevris zu schaffen macht. Dutzende solcher Tongefase . jedes mit einem Inhalt von annahernd 1000 Litern . sind auf diesem Hochplateau in der Erde vergraben. Im Herbst sind die weisen Rkatsiteli]Trauben gequetscht in die Behaltnisse gefullt worden, und dort haben sie die alkoholische Garung durchlaufen. Danach wurden die Tongefase mit Kitt und Holzplatten sowie mit Sand und Plastikplanen luftdicht verschlossen. Monatelang blieb die Mischung aus Wein und Hefe, aus Kernen und Beerenschalen unberuhrt. Und jetzt ist es so weit: Der mit einem dicken Pulli bekleidete Arbeiter hat die Offnung des ersten Kvevris freigelegt. Schon haben alle, die dem feierlichen Moment beiwohnen, ein Glas in der Hand. Mit einem Probenheber wird der Wein ans Tageslicht gebracht: leuchtend orangegelb fliest er ins Glas. Und kristallklar ist er . denn in den Monaten der Ruhe sind die Feststoffe auf den Boden des Kvevri gesunken, daruber steht der klare Wein. Schon beim ersten Riechen am Glas hellen sich die Mienen der Monche auf. Auch Bruder Kalenike, der die Geschafte des klosterlichen Weinguts fuhrt, nimmt einen Schluck und nickt zufrieden. Ein kraftvoller Wein: gerbstoffreich und anhaltend, mit einer sehr eigentumlichen Frische, die einen nachdenklich macht, ob all die moderne Kellertechnik wirklich der einzige Weg zum guten Wein ist.

Denn die Weinbereitung, die die Monche auf Shavnabada pflegen, ist schatzungsweise 8000 Jahre alt. Irgendwo am Sudrand des Kaukasus muss es damals geschehen sein, dass Bauern, die einen Wintervorrat an Trauben in einem Tongefas einlagern wollten, eine merkwurdige Verwandlung bemerkten: Durch ihr eigenes Gewicht hatten die Trauben Saft abgesondert, und nach und nach hatte der Inhalt des Behaltnisses zu garen begonnen. Die wohltuende Wirkung des entstandenen Getranks muss diese ersten âWinzerá davon uberzeugt haben, dass es sich lohnte, dieses Zauberwerk jedes Jahr von Neuem zu versuchen. Jahrtausendelang haben die Georgier schlieslich diese Form der Weinbereitung ausgeubt. Erst die Sowjetherrschaft setze ihr ein Ende, zumindest ein vorlaufiges ] nach 1917 begann auch im Kaukasus die Ara der industriellen Weinbereitung, mit grosen Kombinaten und Massenweinen aus riesigen Stahltanks. Erst nach dem Ende des Kommunismus entdeckten die Georgier ihre Tradition von Neuem. Und nicht nur sie: Einer der ersten Winzer, die aus Europa in den Kaukasus kamen, auf der Suche nach neuen Impulsen, und um aus der Weinbaugeschichte zu lernen, war Josko Gravner aus Oslavia im Friaul. Gravner, der wahrend der 80]iger Jahre als Barrique]Pionier galt, kam aus Georgien mit einer vollig neuen Perspektive zuruck. Er verbannte die kleinen Eichenfasser aus dem Keller und lies sich stattdessen in Georgien Kvevris topfern. Per Lkw kamen die riesigen Tongefase 3.500 Kilometer weit ins heimische Friaul . mit entsprechenden Verlusten durch Bruch. Doch Gravners erste Kvevri]Weine liesen die Fachwelt perplex zuruck. Ausgerechnet aus dem Friaul, seit den Siebzigerjahren einer Hochburg des kalt vergorenen Weisweins mit strahlender Frucht, kamen nun auf einmal hochfarbene, gerbstoffbeladene Weise, deren Aromen so uberhaupt nicht der gewohnten Fruchtigkeit entsprachen. Vor allem in Gravners Heimat schlug die Irritation rasch in Faszination um . und sowohl auf der italienischen als auch der slowenischen Seite des Collio begannen in den darauffolgenden Jahren immer mehr Winzer ahnliche Experimente. So wurde die Region zu einer Hochburg des âorangenená Weisweins, und sie ist es bis heute.g.

"Einen Guten Wein kann nur ein Mensch herstellen, der in Wein verliebt ist" Georgisches Sprichwort

Allgemein ist bekannt, dass die Rebe und der Wein ein untrennbarer Teil des georgischen Daseins sind. Die Georgier schatzen den Wein und haben die Fahigkeit Wein zu geniesen, weshalb sie ihn auch gerne in grosen Mengen trinken. Die Georgier sagen dabei uberzeugt, georgischer Wein sei nicht imstande einen .Katerg hervorzurufen. Eine besondere Bedeutung hat die Saperavi] Rebe fur die Georgier, die sehr langlebigen Kachetiner sagen, dass sie Ihre gute Gesundheit, der Kraft und dem hohen Nahrwert des Lebenselixiers]Saperavi verdanken.

Einige Rebsorten Georgiens

Saperavi:


Die autochthone Rebsorte Saperavi ist die Konigin der Rotweintrauben in Georgien. Sie kommt aus Kachetien und liefert viele beruhmte Weine wie Kvareli, Mukuzani, Kindzmarauli und andere. Saperavi hat eine bemerkenswerte Farbkraft und Saure, ein fruchtig]wurziges Aroma mit einem Ton von frischer Sahne und kraftigen Tannin]Strukturen. Der Geschmack erinnert an gereifte Kirschen. Saperaviweine haben ein hervorragendes Lagerpotenzial.

Rkatsiteli:


Sie ist die Hauptweisweinsorte in Georgien, die ihre Heimat in Kachetien hat. Beruhmte und sehr beliebte Weine wie Tsinandali, Vazisubani oder Kvareli entstehen aus dieser mineralischen Rebsorte. Die Rkatsiteli] Weine haben eine hellgoldene Farbe und ein einzigartig blumiges Sortenbukett. Im Korper sind die Weine voll, sie haben eine frische, lebendige Saure und einen harmonischen Geschmack.

Alexandrouli:


Ist eine rote autochthone Rebsorte, die am besten in der Appellation Khvanchkara]Tola]Chrebalo gedeiht. Bekannt ist diese Rebe uberwiegend wegen dem Wein Khvanchkara. Die Rebe liefert leichte, elegante und schlanke Weine, hat eine feine Tannin]Struktur und einen fruchtigen Geschmack. Wird sehr haufig mit der Rebe Mujuretuli zum Cuvee aufbereitet.

Tsolikauri:


Ist die Rebsorte, die dem Wein eine stroh] bis hellgoldene Farbe gibt. Ihr Aroma lasst sich mit Blumen, Honig und leichter Zitrusnote beschreiben. Geschmacklich erinnert sie an exotische Fruchte.


Mzwane:


Ist eine autochthone kachetische Rebsorte. Die Trauben haben ein starkes und angenehmes Sortenaroma und werden haufig als Cuvee]Partner mit Rkatsiteli, z.B. Tsinandali]Wein, verwendet. Mzwane veredelt den Wein.

Telefon: 089-415 526 73

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